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Panoramen
Arbeitsgemeinschaft für vergleichende Hochgebirgsforschung e.V.
An dieser Stelle werden verfügbare Panoramen aus verschiedenen Regionen der  Hochgebirge präsentiert, teilweise auch um die teilweise drastischen Veränderungen der  Vergletscherung zu dokumentieren. In Einzelfällen können die hier gezeigten Bilder auch als großformatige Ausdrucke bezogen werden. Die Preise richten sich nach Format und Ausstattung, z. B. wasserfest und  laminiert. Anfragen richten sie bitte über unsere Kontaktadresse.
1. Das große 360° - Panorama von der Kreuzspitze  Vergleichsansicht 1869 (Lithographie) und 2011 (digitale Fotographie) Dokument der Veränderung der Vergletscherung des Hinteren Ötztals in 142 Jahren
Überblendung des Panoramas mit einer modernen Fotografie
Kreuzspitze in den Ötztaler Alpen mit der  Vernagthütte (Foto: L. Braun)
      Die 3.455 m hohe Kreuzspitze am Kreuzkamm (links) bietet einen umfassenden  Rundblick auf die Gletscherwelt der Ötztaler Alpen. Der Gipfel ist von Vent relativ  einfach über das Niedertal mit der Martin Busch-Hütte erreichbar. Im Jahre 1869 gab  der Mitbegründer des Deutschen Alpenvereins Franz Senn, Kurat in Vent, den  Landschaftsmalern Carl Jordan (1826-1907) und Georg Engelhardt (1823-1883) den  Auftrag, ein 360°-Panorama der Gipfelaussicht zu erstellen. Dieses sollte ursprünglich  als Werbeprospekt für Touristen dienen und als Lithografie gedruckt verkauft werden.       Das Projekt erwies sich letztlich als finanzielles Desaster, da der Verkauf der  Faltblätter nicht den Vorstellungen entsprach. In den Archiven der Kommission für  Erdmessung und Glaziologie ist eines davon als großformatiges Diapositiv vorhanden.  Es handelt sich dabei um eine nach der Vorlage von Jordan und Engelhardt durch H.  Schmidt angefertigte Lithographie. Das eigentliche Panorama ist am Rand mit einer  umfangreichen Legende versehen, die auch noch Gipfel nahe dem Horizont erläutert.  Ein hochaufgelöster Scan des Dias wurde digital aufbereitet und ist oben  wiedergegeben. Die schlechte Lesbarkeit der Originalbeschriftung erforderte eine starke  Kontrastverstärkung im Bereich der Schrift bzw. teilweise auch vollständige  Ergänzungen. Diese geben aber den ursprünglichen Inhalt und Schreibweise wieder.  Sie sind ein Beleg für die Detailtreue der Darstellung, welche damit fotorealistisch den  Stand der Vergletscherung des hinteren Ötztals im Jahre 1869 dokumentiert.  Der  direkte Vergleich mit einem aktuellen digitalen Panoramafoto aus dem Jahre 2011 zeigt  damit nicht allein die verblüffende Detailtreue der Zeichnung, sondern auch die  Veränderung der Vergletscherung innerhalb eines Zeitraums von 142 Jahren.       Die moderne Digitalfotografie mit nachgelagerter Bildverarbeitung liefert bei  optimalen Sichtverhältnissen ein unverzerrtes Bild der Aussicht von der Kreuzspitze,  welches zudem mit Unterstützung von geografischen Datenbanken mit einer exakten  Legende versehen werden kann. Dies war im Jahre 1869 sicherlich noch sehr mühsam  und erforderte umfangreiche Erfahrung.  
Kreuzspitze mit Similaun aus der Luft  (Foto: M. Weber)
Der unmittelbare Vergleich der Fotografie mit der Darstellung von Jordan und Engelhard zeigt eine geringfügig um den Faktor 1.2  überhöhte Wiedergabe der Berge. Die Verortung zumindest der näher gelegenen Bergspitzen ist sehr genau, in der Nähe des Horizonts ist  jedoch offensichtlich auch eine gewisse Menge an Fantasie dabei gewesen. Nicht alle der in der ursprünglichen Legende ausgewiesenen  fernen Gipfel sind wirklich an der angegebenen Stelle sichtbar (z.B. Zugspitze oder Großglockner). Dennoch wird das Bergpanorama  erstaunlich detailgetreu wiedergegeben: 
Die Darstellung der Gletscherstände dürfte folglich ähnlich genau sein. Zwar hat 1869 der Gletscherrückgang vermutlich bereits 10 Jahre  lang angedauert, dennoch bietet sich in der Lithografie in etwa der Anblick zur Zeit des Gletscherhöchststandes in der Mitte des 19.  Jahrhunderts. Die Zungen des Niederjochferners, des Hintereis- und Kesselwandferners, aber auch des Vernagt- und Guslarferners  reichten damals noch weit in die Täler. Man vergleiche dazu beispielsweise die Lage der Gletschergrenzen des Hintereis- und  Hochjochferners in der Lithografie mit den deutlich sichtbaren Marken in der Fotografie von 2011: 
Dort sind viele der mächtigen Eisströme weitgehend verschwunden bzw. können von der Kreuzspitze nicht mehr eingesehen werden.  Hinterlassen  haben die abgeschmolzenen Eismassen nur öde Steinwüsten, die noch keine Anzeichen einer Wiederbesiedelung durch die  Vegetation zeigen.      Innerhalb von knapp 142 Jahren sind gut 75% der Eisreserven der Region abgeschmolzen. Auffallend ist dennoch, dass die Flächen-   und Massenverluste der einzelnen Gletscher in derselben Klimaregion höchst variabel sind. Flache und große Gletscher wie der Vernagt-,  Hintereis- oder Guslarferner haben sich sehr stark verändert. Andere jedoch, wie der relativ hochgelegene Rofenkarferner in steilerem  Gelände an der Wildspitze, oder auch der Marzellferner, zeigen gegenwärtig ein weniger stark verändertes Erscheinungsbild gegenüber  dem vor 142 Jahren. Dies demonstriert die komplexe Abhängigkeit des Phänomen Gletscherrückgang von den lokalen Verhältnissen,  welche überwiegend geländebedingt höchst unterschiedliche Schmelzbedingungen und eisdynamische Prozesse zur Folge hat.       Der unmittelbare Vergleich der Panoramaansichten wird zusammen mit den Erläuterungen in hoher Auflösung im Format 30 x 120 cm  und größer (bis zu 75 x 300 cm) präsentiert:
Das Kreuzspitzpanorama der Arge Vergleichende Hochgebirgsforschung, herausgegeben 2012 
Bildbearbeitung und Texte: Markus Weber                 Fotos: Phillip Wesner & Paula Hilger     
2. Das Panorama von Gokyo Peak 1955 von Erwin Schneider  Blick von Cho Oyu über den Ngozumba-Gletscher zum Mt. Everest
Der erste Band der Khumbu-Reihe enthält ein Faltpanorama mit einem 240°-Panorama von Gokyjo Peak  (5600 m) mit Blick auf den Mount Everest und den Ngojumba-Gletscher im Khumbu-Himal auf der Basis  von Aufnahmen von Erwin Schneider vom November 1955. Anhand von Orginalaufnahmen wurde dieses  Panorama 2010 von Markus Weber in München mit moderner Bildbearbeitung neu berechnet und mit  weiteren Informationen und modernen Aufnahmen ergänzt. Diese Version ist als PDF-Datei und als  großformatiger Fotodruck verfügbar.  
Panorama vom Gokyo Peak nach Erwin Schneider mit Vergleichen und Erläuterungen 
3. Das Panorama von Carl Brizzi von der Kreuzspitze von 1868/1869   Die künsterische Variante im Auftrag von Senn, die er aber nicht akzeptierte.
Vergleich des Panoramas, gemalt vom Münchner Maler Carl Brizzi 1868 und 1869 mit einer moderenen Fotografie
Das Panorama in voller Auflösung im Zoomify-Betrachter
Zunächst erhielt der Münchner Kunstmaler Carl Brizzi (1822 -  1878) im Jahre 1868 von Franz Senn den Auftrag, das  Panorama vom Gipfel der 3455 m hohen Kreuzspitze  realistisch zu zeichnen. Dazu hielt er sich im Spätsommer in  der unweit des Samoarsee auf 2920 m gelegenen, später nach  ihm benannten kleinen Brizzihütte auf.  1869 präsentierte er Senn das Ergebnis. Wie der Vergleich mit  der wahren Ansicht zeigt, sind die Berge künsterisch  verfremdet und häufig am falschen Ort. Senn sah darin daher  keine Orientierungshilfe für Bergsteiger und lehte das Werk ab.  Brizzi versuchte es 1873 als Beilage zu einem Reiseführer  zusammen mit weiteren Darstellungen aus den Ötztaler Alpen  zu publizieren. Die Reproduktion erfolgt mit freundlicher  Unterstützung der Familie Pischl in Telfs.  
4. Gigapixelpanorama der Eiger-Nordwand 2015 Digitales Fotomosaik vom 5.8.2015 von der Kleinen Scheidegg bei Interlaken.
Erkunden Sie die Eigerwand in allen Einzelheiten im Zoomify-Betrachter
Carl Brizzi
Franz Senn
Nähere Informationen können einem  Faltblatt zu einer Kunstaktion von Ludwig  Braun zum 150-Jährigen Jubiläum des  Kreuzspitzpanorama von Brizzi 2018 und  seinem Zusammentreffen mit Franz  Senn in Vent können einem Faltblatt  entnommen werden: 
5. Gigapixelpanorama vom Olympiaturm in München mit Alpenblick Digitales Fotomosaik der 360°-Rundumsicht von der Aussichtsplattform des Olympiaturms in  München bei Föhn inklusive´einer Legende sämtlicher sichtbaren Alpengipfel.
Erkunden Sie den kompletten sichtbaren Alpenbogen im Zoomify-Betrachter